Dienstag, 4.1. Abfahrt

Nach einer kurzen Pause am Strand sind wir zurückgekehrt und haben Bekannte aus Deutschland getroffen und in Assagao herumgeführt. Das Interesse an El Shaddai von vielen aus dem Umfeld unserer Schule steigt. Darüber freuen wir uns natürlich ganz besonders und führen nicht nur gerne vor Ort herum, sondern berichten auch allen Interessierten in Deutschland mit vielen Bildern, Videos, Informationen und Geschichten von El Shaddai und aus Indien.

Allen Unterstützern an unserer Schule und auch drumherum - herzlichen Dank für das Jahr 2010. Wir hatten die großartige Gelegenheit vor Ort viele neue Dinge zu erfahren, tolle Geschichten zu hören und erleben, und die Freude über die Unterstützung zu erfahren.

Wir hoffen, dass das kommende Jahr ebenso erfolgreich für alle Beteiligten wird...

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Pause um Neujahr zu feiern..............................................................................................................................................

 

Mittwoch, 29.12. Markt

Auch am heutigen Mittwoch waren wir nochmals in Anjuna auf dem Markt und am Infostand von El Shaddai. Flyer zu verteilen an Touristen ist ein hartes Stück Arbeit. Auch wir versuchten uns darin, allerdings stößt man auf viel Ablehnung - man hat oft das Gefühl Luft zu sein. Nichts desto Trotz brachten wir ein paar Flyer an Deutschsprachige.

Seit einiger Zeit gibt es zwei Fußballteams. Die Älteren trainieren jeden Tag nach der Schule und auch in den Ferien. Die Gelegenheit ließ ich mir natürlich nicht nehmen und spielte nach letzter Woche nun zum zweiten Mal mit dem El Shaddai-Team. In den Ferien kicken alle Altersklassen zusammen und so spielten 12- gegen 20-jährige... und mich...

Der Platz besteht aus Staub und rotem Sand, die Kickschuhe der Jungs sind ziemlich ramponiert. Um so mehr freuten sie sich letzte Woche als ich einige Kickschuhe aus Deutschland vom Weltklub Wolpertswende (hat Hr.Hecht organisiert) übergeben konnte.

Auf solchen Platzverhältnissen und bei den hiesigen Temperaturen kam ich ordentlich ins Schwitzen...

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Dienstag, 28.12. House of Norma

Im April eröffnete das „House of Norma“, ein Hospiz für HIV-Patienten und Sterbenskranke. Momentan befinden sich drei Patienten hier, ein geistig behindertes Kind, 1 Frau mit schweren Hauterkrankungen und ein junger Mann mit HIV. Vor einigen Wochen starb ein HIV-infiziertes Kind hier im Hospiz.

Unser Besuch zeigte uns eine einladende, friedliche Umgebung, sehr ruhig gelegen an einem Palmenhang des Assagaoer Tals. Der Ort wurde, so scheint uns, mit Bedacht gewählt. Die Patienten des Hospiz haben hier die Möglichkeit abgesehen von ihren Krankheiten eine unbeschwerte Zeit zu verbringen. Ein Mitarbeiter und eine Krankenschwester kümmern sich zur Zeit um den Betrieb.

Vier Kinder sollen bald hinzukommen. Das Betreiben des Hospiz und die Annahme durch die Menschen braucht seine Zeit. Viele Mütter und Eltern müssen erst mit eigenen Augen sehen, was hier entstanden ist, müssen Vertrauen fassen, bevor sie bereit sind ihre Kinder in die Obhut des Hospizes zu geben. Das Hospiz bietet Platz für 16 Patienten, eine Erweiterung ist bereits geplant.

Auf dem Rückweg vom Hospiz besuchten wir noch das Shekinah House, das Haus für die älteren Jungs (10+) und vertrieben uns die Zeit mit ihnen mit Kartenspielen. Im Moment ist dort alles sehr entspannt, es sind Schulferien und den Jungs ist fast langweilig...


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Montag, 27.12.Victory House

Vormittags führte uns ein Auftrag nochmals zum Victory House nach Saligao. Zum einen brachten wir den Kindern nachträgliche Weihnachtsgeschenke von Suzanne, einer britischen Volontärin, die für 60 Jungs kleine Päckchen mit Süßigkeiten aus England mitgebracht hatte. Außerdem übergaben wir 10.000 Rupien (ca. 170 Euro), um den Kauf von 60 Schlafmatten für das Victory House zu ermöglichen. Im Moment schlafen die Kinder auf abgewetzten Matten oder auf dem Fliesenboden. Auf dem Boden zu schlafen ist für sie ganz normal und komfortabel. Francis, der stellvertretende Hausvater, erzählte uns sie hatten bereits den Versuch unternommen die Kinder auf Betten schlafen zu lassen – am nächsten Morgen lagen sie alle auf dem Fußboden. Das sind sie gewohnt und Betten finden sie ungemütlich. Das Geld für die Matten wurde zum Hauptteil von einigen 10ern gespendet, die auf ihre „Berlin-Rückzahlung“ zugunsten unseres Projekts verzichteten. Herzlichen Dank !!!

Wir wurden zum Mittagessen mit den Jungs eingeladen und natürlich aufgefordert im „India style“ zu essen. D.h. mit den vier Fingern eine Schaufel zu formen, den Reis vom Teller aufzubaggern und mit dem Daumen darauf achten, dass nichts herunterfällt sondern alles im Mund landet. Haben wir natürlich mit Erfolg gemeistert.

Das Essen verlief schweigend. Eine der Regeln in diesem Haus; wer nicht schnell genug ist, bekommt zudem keinen Nachschlag. Nach dem Essen stand eine Ruhe- und Schlafpause für die Jungs an. In den Ferien ist auch das eine Regel, zudem stand am Abend die Christmas Party in Assagao auf dem Programm und Johnny, der Hausvater, wollte nicht dass einer der Jungs dort wegpennt.

Mit Johnny saßen wir auch noch auf der Terrasse während die Jungs sich hinlegten und unterhielten uns über seine Anfangszeiten bei El Shaddai. Er hatte ein hartes erstes Jahr um mit all dem Elend, das ihm bei der Arbeit auf der Straße begegnete zurecht zu kommen. Doch Johnny ist selbst ein Waisenkind, auf der Straße gefunden und in der Obhut eines Paters in Kerala aufgewachsen. Sein ganzes Leben widmet er den Armen und Waisen, seine Frau leitet die Tagesstätte Little Acorns in Calangute. Johnny erzählte uns von seiner Arbeit und von den Frustrationen, die auch damit verbunden sind. Gerade an diesem Tag war er um 4:30 Uhr aufgestanden und mit einem geistig verwirrten Jungen, den sie in Calangute gefunden hatten, nach Margao gefahren um ihn in einer psychatrischen Klinik unterzubringen. Er fuhr ihn zu Stepping Stones, der Tagesstätte von El Shaddai vor Ort, damit die Mitarbeiter den Jungen in die Klinik bringen konnten. Eine halbe Stunde nachdem er wieder aufgebrochen war, bekam er den Anruf der Junge sei abgehauen. Johnnys Frust war groß. „Für was das alles? Jetzt ist er wieder weg... Für was der ganze Aufwand?“ fragte er uns.

Doch stets sind es die schönen Nachrichten und Geschichten, die im Gedächtnis bleiben. Vor zwei Tagen erst hatte er eine SMS von einem jetzt erwachsenen ehemaligen El Shaddai-Kind bekommen, das nun einen sicheren Job hat. Der Junge bedankte sich für sein neues Leben und die neueN Chancen die er durch El Shaddai erhalten hatte. Er war einer der Jungs mit denen Johnny jeden morgen zwischen vier und fünf aufstand, ihnen Tee kochte und sie zum Lernen antrieb. Das gleiche geschah, wenn sie von der Schule kamen bis in die späten Abendstunden. Kein Kind in seinem Haus darf ohne die Schule zu besuchen bleiben.

Johnny selbst hatte nie die Möglichkeit eine Schule zu besuchen.

Wir besuchten anschließend noch Ravi, den Leiter der Twist-Boutique und dem ersten Kind, das El Shaddai vor über 13 Jahren aufnahm, und führten mit ihm ein Interview über seine Geschichte. Was er zu berichten hatte wird es bald als Videomitschnitt zu sehen geben.

Abends fand die Christmas Party der vier Häuser in der Schule statt. Es gab Tänze und Auftritte der einzelnen Gruppen, natürlich ein vorzügliches Abendessen im Schulhof und anschließend abtanzen für alle bis halb elf.

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Wochenende

Die ganze Woche freuen sich die Kinder auf das Wochenende. Denn dann ist Strandzeit. Wir gingen kurz vor Abfahrt des Busses zum Rainbow House, um mit den Kindern zum Strand zu fahren. Doch im Rainbow House war gerade das Weihnachtsessen in vollem Gange – ein englischer Koch war zu Besuch und hat für die Kinder gekocht. Wir kamen natürlich nicht umhin auch noch einen Happen zu essen, bevor es los ging. 50 Kinder im Bus voller Vorfreude auf den Strand. Es wurde noch ein kurzer Stopp am Victory House eingelegt, um die Kinder von dort abzuholen und dann gings mit Vollgas, 75 Kindern, 12 jugendlichen Begleitern, uns und dem Busfahrer nach Baga. Der Bus hatte übrigens Sitzplätze für ca. 30 Leute und ebenso viele Stehplätze...

Ganz an den Strand konnten wir nicht fahren, ca. 800m mussten wir zu Fuß zurücklegen. 90 Kinder im Gänsemarsch zum Strand; das war ein tolles Bild.

Dort angekommen warfen die Kinder umgehend ihre Klamotten auf einen Haufen und machten sich bereit die Fluten zu stürmen. Die zwölf älteren El Shaddai-Kinder platzierten sich im hüfthohen Wasser als lebende Wand. Keines der 75 Kinder kann schwimmen.

Auf den Pfiff des Oberaufpassers stürmten sie schreiend und johlend ins Meer und das große Geplanschen ging los. Bewegte sich ein Kind zu weit Richtung lebender Mauer, wurde es zurück geschickt oder auch mal zurück geworfen. Nach einiger Zeit kam ein weiterer Pfiff und alle mussten das Wasser verlassen und sich am Strand in mehreren Reihen aufstellen. Dort wurde durchgezählt und es ging los mit Spielen am Strand. Sandburgen bauen, den Freund verbuddeln, Frisbee,...

Während dieser Zeit informierten die Älteren gemeinsam mit Anita, der Gründerin, die Strandbesucher über die Arbeit von El Shaddai. Die Touristen spendeten, es kam sogar zur Übernahme von Patenschaften für einzelne Kinder. Vor allem spendeten sie viel Obst, einen ganzen Berg voll Früchte für die Kinder, die voller Freude die Essenspause mit Ananas, Wassermelonen, Trauben und Bananen wahrnahmen.

Vor allem aber hatten sie jede Menge Spaß! Die Strandausflüge sind wie erwähnt ein Highlight für die Kinder und sie sind hervorragend organisiert. Die Vorstellung mit 75 Kindern ans Meer zu gehen würde jedem deutschen Verantwortlichen die Haare zu Berge stehen lassen – in Indien funktioniert es, vor allem auch weil die Kinder sehr diszipliniert sind und genau den Anweisungen folgen.

Anschließend ging es wieder im Gänsemarsch zurück zum Bus und mit viel Stopfen passten dann auch alle rein.

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Freitag, 24.12. Markt

Freitag ist Markttag in Mapusa, der nächsten Stadt. Eigentlich ist jeder Tag Markt, allerdings ist Freitag der Tag, an dem sämtliche Kleinbauern und fliegenden Händler aus der gesamten Umgebung nach Mapusa kommen und somit der Markt fast doppelt so groß wird wie an anderen Tagen. Hier herrschst ein großes Stimmengewirr verbunden mit Lärm. Obst, Gewürze, Haushaltswaren, Tücher, Räucherstäbchen, Kleidung und jede Menge Tand werden angeboten. Zwischen lebenden Hühnern und Matratzen bietet eine Omi ihre zwei Bananenstauden an. Der Markt startet sehr früh und ab der Mittagszeit wird es unerträglich heiß und überfüllt.

Daher verließen wir den Markt rechtzeitig und machten uns auf den Weg zum Victory House in Saligao, dem ältesten Haus von El Shaddai. Hier besuchten wir Ganesh, eines der Kinder, die einen deutschen Paten haben. Ganesh hatte einen dicken Verband an einem seiner Finger. Er hatte sich am Tag zuvor geschnitten und die ganze Nacht geweint – und nach seiner Mutter gerufen. Ganesh ist eines der Kinder bei El Shaddai, die noch Eltern haben. Seine Eltern sind allerdings Wanderarbeiter und gehen dorthin wo es Arbeit gibt. Kinder dieser Wanderarbeiter leiden unter dem ständigen Wechsel ihrer Umgebung, keine Freundeskreise, an eine geregelte Schulbildung ist nicht zu denken. Deshalb entschieden sich Ganesh Eltern ihr Kind für diese Zeit in die Obhut von El Shaddai zu geben. Hier ist er an einem Ort versorgt, gemeinsam mit anderen Kindern, und wenn die Eltern können, besuchen sie ihren Sohn im Victory House. Es steht der Familie jederzeit offen, ihren Sohn wieder zu sich zu nehmen.

Das Victory House ist das älteste von El Shaddai. Ganz zu Beginn hatten sie zwei Räume in Calangute, einem Strandort, angemietet. Diese wurden allerdings sehr schnell zu klein und es wurde klar, dass ein Tagesangebot für die Straßenkinder zu wenig sein wird – eine dauerhafte Unterkunft wurde nötig. So eröffnete El Shaddai mit dem Victory House das erste Kinderhaus in Goa – drei weitere dauerhafte Häuser sollten folgen. Im Victory House sind Jungs ab 10 Jahren untergebracht, sie werden jeden Morgen um 7 Uhr mit dem Bus zur Schule nach Assagao gebracht und kehren am frühen Abend wieder zurück. Neben dem Haus befindet sich noch ein Cottage, in dem die älteren Jungs ihre eigenen Räume bewohnen und lernen für sich selbst zu sorgen, und eine Bibliothek gegenüber dem Cottage. Die Anlage erschien uns sehr groß, vor allem wunderschön gelegen abseits der Hauptstraße inmitten vieler Palmen.

Für den Abend hatten wir uns ganz weihnachtliche Vorhaben ausgesucht: zunächst begleiteten wir die Carol Singer und anschließend besuchten wir die Mitternachtsmesse von Matthews Gemeinde.

Die Carol Singer sind eine Gruppe von 20 Kindern, die in der Weihnachtszeit durch die Hotels und Resorts der Umgebung ziehen und Weihnachtslieder vortragen. Im Zuge dessen machen die Kinder von El Shaddai auf sich aufmerksam und erreichen so auch die Urlaubsgäste, die selten ihre Nobelhotels verlassen und wenig vom indischen Leben mitbekommen. Unsere erste Station führte uns in ein Hotel am Meer, dass nicht nur fünf Sterne hat, sondern in seiner Weitläufigkeit und Exklusivität eine andere Welt – nicht nur für die Kinder, auch für uns – darstellt. Wir wurden von den Mitarbeitern herzlich in Empfang genommen und anschließend mit Elektrowagen zum Restaurant im Strandhaus gefahren. Ungefähr 50 bis 80 herausgeputzte High-Society-Menschen lauschten den wunderbaren Klängen der Carol Singers. 10000 Rupien zahlten sie dem Hotel für einen Heiligen Abend mit Galadinner. Die Gäste waren keine Hotelgäste, sondern entrichteten diesen Eintritt, umgerechnet ca. 170 Euro, um einen schönen Abend zu genießen.

Glücklicherweise waren einige durchaus großzügig und legten einige Scheine in die bereitgestellten Spendenboxen. Und mehrere Kinder kamen in ein kurzes Gespräch mit ihnen, standen bereit für Fotos und verteilten Informationen zu El Shaddai.

Beeindruckend war der anschließende Snack den die Kinder von der Hotelverwaltung erhielten. Nachdem die Gäste zum Dinner abgezogen waren, nahmen wir im Strandhaus Platz und erlebten eine Fünf-Sterne-Bedienung. Pakoras und Sandwiches wurden jedem Kind einzeln von der Seite auf den Teller gereicht – wir alle fühlten uns wie ganz wichtige Persönlichkeiten.

Zwei weitere Restaurants, eins davon Open-Air direkt am Strand, standen noch auf dem Programm. Am Ende saßen wir mit einer Horde glücklicher und satter Kinder im Bus auf dem Heimweg nach Assagao. Hier gab es noch einige Ständchen und ein paar Kostproben lokalen Liedguts. Nach unserer Ankunft lud uns Johnny, einer der ständigen Mitarbeiter, ein die Spenden zu zählen und anschließend für die Bücher zu bestätigen. 11400 Rupien, ca. 200 Euro, kamen zusammen. Die El-Shaddai-Mitarbeiter waren selbst von den Socken – mit einer solchen Summe hätten sie nicht gerechnet. 11400 Rupien – etwas mehr als der Preis für ein Heilig-Abend-Gala-Dinner für eine Person im Luxushotel...

für die Kinder von El Shaddai allerdings eine gigantische Summe, mit der ein Kind ein halbes Jahr versorgt werden kann, oder die Anschaffung von 50 Schlafmatten, oder 60 Paar Schuhen und vieles mehr.

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Donnerstag, 23.12.10 Circus

Seit nunmehr fünf Jahren besuchen die Künstler des Circus Fantasia aus Italien die Kinder von El Shaddai und unterrichten sie im Einradfahren, Jonglieren, Stelzenlaufen u.ä. Die Ergebnisse dieser langjährigen Übungen konnten wir heute sehen. Die Zirkustruppe von El Shaddai trat im Strandhotel Rococo auf. Den Auftakt bildeten zwei Tänzerinnen, gefolgt von Stelzenakrobaten in bunten Kostümen jonglierend. Die Einradfahrer hatten Höchstleistungen abzurufen. Nie zuvor sind sie auf Sand gefahren, was unglaublich schwer und anstrengend ist. Aber sie haben ihre Nummer bestens gemeistert und berichteten anschließend über ihre Premiere im Sand mit Stolz. Der Auftritt im Rococo wurde gemeinsam mit einer Musikschule gestaltet. Am Palmenstrand in der untergehenden Sonne konnte wir jahreszeitgemäß Liedern wie Stille Nacht und Jingle Bells lauschen. Die Leiter der Musikschule und deren Schüler sind Mitglieder der kleinen christlichen Gemeinde Matthews in Assagao. So war der gemeinsame Auftritt recht unkompliziert zu organisieren.

Die Akrobaten und Jongleure von El Shaddai müssen allerdings im kommenden Jahr auf die hilfreiche Unterstützung aus Italien verzichten, da die Gruppe Fantasia 2011 nicht nach Indien gehen wird. Hieraus ist die Idee entstanden, Zirkusarbeit in den Unterricht mit aufzunehmen, so dass kontinuierlich weiter geübt werden kann und die bereits erworbenen Fähigkeiten nicht wieder verloren gehen.

 

Vormittags hatten wir noch das große Vergnügen bei zwei Mädchen Geschenke ihrer deutschen Paten vorbeizubringen. Die Freude über den Besuch war ebenso groß wie die über die Geschenke...

Und wir konnten uns einmal mehr einen Eindruck verschaffen über die Stimmung in den Häusern. Es geht entspannt, friedlich und sehr harmonisch zu. Die Kinder von El Shaddai fühlen sich sichtlich wohl und können hier ein Leben abseits ihrer zumeist schrecklichen Vergangenheit aufbauen.

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Mittwoch, 22.12.10 Markt

Bereits am morgen machten wir uns auf, um den Markt in Anjuna zu besuchen. Der El Shaddai Charitable Trust (ESCT) unterhält hier einen Informations- und Verkaufsstand mit handgefertigten Produkten aus den unterschiedlichen Kursen der Schule. Die Mitarbeiter von El Shaddai sprechen hier die Besucher des Marktes an, informieren über ihre Arbeit und versuchen neue Unterstützer und Sponsoren zu bekommen. Diese Aufgabe ist nicht einfach. Wir konnten beobachten wie die Leute einfach weitergingen, sich taub stellten oder plötzlich die Richtung wechselten. Immer höflich und immer zuvorkommend lassen sich  Johnny und Rajiv, zwei ESCT-Mitarbeiter, nicht ermüden und begrüßen jeden Marktbesucher der vorbeigeht. Viele blieben auch gerne stehen und ließen sich berichten über die Kinderheime, die Slumschulen und die vielen Projekte, die El Shaddai betreut. Besonders Rajiv besicht durch seine Höflichkeit und Wortwahl. Er ist ein „reines“ El Shaddai-Kind. Mit fünf Jahren wurde er von Matthew, dem Gründer von El Shaddai, mittellos und allein gelassen aufgenommen und verbrachte die vergangenen 15 Jahre hier. Seine Entwicklung ist ein Beispiel für die gute Arbeit: Rajiv spricht sehr gutes Englisch, arbeitet inzwischen als sponsoring assistant für El Shaddai und ist Leiter einer vor Monatsfrist eröffneten kleinen Boutique in Calangute, einer Strand-Touristen-Hochburg in der Nähe. Dort bietet er mit seinen zwei Mitarbeiterinnen handgemachte schicke Einzelstücke Schmuck und Kleidung an.

Auf dem Markt beobachten wir immer wieder Polizisten, die den Stand aufsuchen und mit  Johnny sprachen. Er berichtete mir, dass die Polizisten mehrere obdachlose, abgerissene Kinder aufgegriffen haben und nicht wissen wohin mit ihnen. Da die Polizei und El Shaddai inzwischen glücklicherweise über die Korruptionsgrenzen hinweg zusammenarbeiten, übergeben sie diese Kinder zunächst in die Obhut von El Shaddai. Die Kinder werden in ein offenes Haus gebracht, bekommen etwas zu essen, frische Kleidung und können sich das Leben in diesen Häusern ansehen. Den Kindern steht es frei, jederzeit wieder zu gehen, zurück auf die Straße oder soweit vorhanden auch zu ihren Familien. Viele gehen wieder, nachdem sie gegessen und sich ausgeruht haben. Viele bleiben auch und versuchen die Chance die sich ihnen bietet zu nutzen.

Bis in den Abend betrieben die Mitarbeiter von El Shaddai den Stand auf dem Markt und informierten eine Vielzahl von Menschen über die wichtige Arbeit die sie täglich leisten. Spenden kommen an diesem Tag ebenso zusammen wie neue Kontakte zu Europäern, Australiern und Amerikanern, die nach ihrer Rückkehr in die Heimat vielleicht ähnliche Dinge starten, wie sie an unserer Schule gestartet wurden.

 

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Ankunft

Zurück in Indien und in Assagao startete der Besuch bei El Shaddai selbstverständlich ganz offiziell im Büro der Einrichtung. Anita und all die bekannten Gesichter waren da und das Hallo war natürlich groß und herzlich. Der Scheck vom letzten Jahr prangt noch immer groß an der Wand des Eingangsbüros und die Mitarbeiter erinnern sich zum einen alle an uns und sind zum anderen hocherfreut über den Besuch. Sie bedanken sich unentwegt für die großartige Arbeit an unserer Schule im vergangenen Jahr und die riesige finanzielle Unterstützung die sie durch die Realschule Kißlegg erfahren haben. Ganz besonders freuen sie sich im Moment, dass wir alle Weihnachtsgeschenke für die 169 Kinder der drei Häuser in Assagao gespendet haben.

Die ersten zwei Tage vergingen mit dem Organisieren allerlei Dinge. Wir wurden natürlich zunächst überhäuft mit Einladungen zu verschiedensten Veranstaltungen wie der Weihnachtsfeier am 27., mit den Kindern an den Strand gehen am Samstag und Sonntag, zur Mitternachtsmesse an Heilig Abend oder die Weihnachtssinger in die Hotels der Umgebung zu begleiten. Natürlich werden wir diesen Einladungen mit Freuden nachgehen um euch allen viel und aktuell zu berichten.

Am Mittwoch gehen wir auf den Markt in den Nachbarort und unterstützen die Mitarbeiter von El Shaddai an Ihrem Infostand um mit den deutschen Touristen ins Gespräch zu kommen. Zudem werden wir den Nachmittag damit verbringen, viele neue und tolle Sachen für unsere zukünftigen Aktionen zu erwerben.

Wir werden dieses Jahr noch mehr vom Alltag der Kinder berichten können, da wir im Volontärhaus, in dem die freiwilligen ausländischen Helfer von El Shaddai wohnen, untergebracht sind. Das Haus befindet sich in direkter Nachbarschaft zu den Kinderheimen. Hier können wir das Leben in einem indischen Dorf hautnah erleben.

Das Klima ist für unsere Verhältnisse traumhaft hoch sommerlich – für Inder allerdings nicht wirklich: sie frieren in der Nacht. Zwei Jungs aus dem Shekinah House konnten wir ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Wir haben ihnen unsere Daunenjacken aus dem deutschen Winter übergeben. Jetzt sind sie überglücklich, dass ihnen nachts nicht mehr kalt ist...

 

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Ankunft
Mittwoch, 22.12.10 Markt
Donnerstag, 23.12.10 Circus
Freitag, 24.12.10 Markt
Samstag, 25.12.10
Sonntag, 26.12.10
Montag, 27.12.10 Victory House
Dienstag, 28.12.10 House of Norma
Mittwoch, 29.12.10 Markt
Abfahrt

 

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